Die Lösung lag dann eigentlich auch auf der Hand: Die Entwicklung eines zentralen Areals auf dem Viehmarkt und Schlachthaus miteinander kombiniert wurden. Bis dieser Plan jedoch realisiert wurde, vergingen nochmal schlappe 13 Jahre. Die gingen n
atürlich nicht allein für die Bauzeit drauf ... nein, der Berliner debattiert halt gern und immerhin war damit ja auch eine fundamentale Umwälzung in der - ich nenn' sie mal so - Wurstbranche verbunden. Immerhin gab es um 1875 etwa 800 Schlachthäuser in und um Berlin. Das alles zu zentralisieren war weder einfach noch ohne Geschrei der Lobbyisten möglich.Nachdem das durch war, musste ja dann auch noch eine geeignete Immobilie gefunden werden. So ein Viehhof stinkt nun mal, also sollte das ganz nicht zu innerstädtisch sein aber eben auch nicht zu weit draußen. Und das vor dem Hintergrund eines ungekannten Wachstums bei dem man eh nicht wirklich wusste, in wie viel Jahren Stadtrand schon wieder Innenstadt sein würde. Schlußendlich fand man, nachdem man auch Flächen in Moabit und Rummelsburg geprüft hatte einen Flecken in der Landmarkt Lichtenberg, den man 1878 noch schnell in die Stadt Berlin einegmeindete. Man stelle sich das mal vor... damal gehörte das , was wir hier immer wieder als Acker bezeichnen noch nicht einmal zu Berlin! Jedenfalls gings dann aber richtig los ... nach den Hygieneideen von Rudolf Virchow und den Entwürfen von Hermann Blankenstein entstand der Central- Vieh und Schlachthof an der Landsberger Allee. Und weil der Berliner gern Klotz anstatt zu kleckern wurden hier nicht nur Tiere gehandelt und geschlachtet, nein hier wurde auch gleich die komplette Infrastruktur für die gesamte Verwertungskette geschaffen. Also entstand hier eine Kaldaunenwäsche, eine Darmschleimerei, eine Talgschmelze, sowie eine zur Lederfabrik gehörende Häute-Salzerei und -trocknerei, eine blutverarbeitende Albuminfabrik sowie ein separater Gleisanschluss um das Zeug dann auch noch unters Volk zu bringen.
Und wie immer ist das ganze hier bei Wikipedia noch viel detailreicher nach zu lesen.
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